Unser 1. Vorsitzender der AGD, Dr. Edmund Spohr, ist gleichzeitig auch 2. Vorsitzender des Freundeskreis des Stadtmuseums der Landeshauptstadt Düsseldorf.
In dieser Funktion hat er am 10.11.-12.11.2011 zusammen mit dem Freundeskreis des Stadtmuseums die Spuren von Napoleon ergänzend zur Ausstellung „Napoleon […] Düsseldorf“ in Paris verfolgt.
Diese Studienfahrt wurde von Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann, Leiter der Sammlungen 19. Jahrhundert / Fotografische Sammlung, Kurator der Ausstellung „Napoleon […] Düsseldorf“ fachlich vorbereitet und begleitet.
In kaum einer Stadt ist Geschichte so unmittelbar erlebbar wie in Paris. Die Stadt bewahrt bis heute noch viele Erinnerungen an die Person und das Wirken Napoleon Bonapartes - von seiner Zeit als Soldat der Revolutionsarmee bis zum Ende seines Kaisertums.
Im Rahmen dieser Studienfahrt konnten wesentliche Wirkungsstätten Napoleons in Paris besucht werden, die fachlich von einem ortskundigen Wissenschaftler erläutert wurden. Er versuchte, uns das heute von der Wissenschaft in Frankreich vertretene Bild Napoleons zu zeichnen, das Kunstwissenschaft und Architektur als Mittel der Macht betrachtet hatte. All das hat in Hochleistungen der Architektur, des Städte-baus, der Kunst und Wissenschaft seinen Niederschlag gefunden.
Am damaligen Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Lebens, dem Palais Royal, der Ort, von dem die Revolution des Jahres 1789 ausging, begann der von Dr. Danelzik-Brüggemann kommentierte historische Spaziergang. Der Weg durch das Herz der Stadt führte weiter zu dem kleinen Triumphbogen an der Place du Caroussel, einem steinernen Zeugen von Napoleons Macht. Die Stadtplanung während Napoleons Herrschaft (Rue de Rivoli) und der Napoleon-Kult (Vendôme-Säule) gehörten auch zu den Themen des historischen Spaziergangs.
Am zweiten Tag, dem französischen Nationalfeiertag, dem 11.11., erlebte die Gruppe den Höhepunkt des Programms: die Besichtigung der Salle Murat im Elysée-Palast, dem Sitz des französischen Staatspräsidenten. S.A.R. Prinz Joachim Murat, ein Nachfahre des Großherzogs von Berg, Joachim Murat, der von 1805 – 1808 im Elysée-Palast gewohnt hat, hatte von Staatspräsident Sarkozy die Genehmigung erhalten, uns am französischen Nationalfeiertag im Elysée-Palast zu empfangen. Der Sitz des Präsidenten war weiträumig durch Sicherheitskräfte der Polizei abgeriegelt. Für den prächtigen Ballsaal, heute Sitzungsraum des Kabinetts, ließ Murat ein Wandgemälde von Schloss Benrath von Horace Vernet anfertigen, das die kurz-zeitige enge Verbindung zwischen Düsseldorf und Paris verewigt. Der Ministerrat des französischen Staatspräsidenten tagt wöchentlich im Schatten des Gemäldes von Schloss Benrath.
Am 15. März 1806 ernannte Kaiser Napoléon I. Joachim Murat zum Herzog von Berg und Kleve, Bildnis von François Gérard (1801), Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Murat
Murat verliess Düsseldorf 1808, als er zum König von Neapel ernannt worden war. Er überließ das Großherzogtum Berg seinem Nachfolger im Amt Louis Napoleon. Die Kontakte zu seiner Königlichen Hochheit hat Herr Axel Fuesers, ein Nachfahre der Ehefrau des Marschalls Jean de Dieu Soult, ein enger Vertrauter Napoleons, hergestellt.
Dr. Edmund Spohr übergab ein Gastgeschenk der Stadt und verlas das Grußwort des Kulturdezernenten der Landeshauptstadt Düsseldorf, Hans-Georg Lohe, der Monseigneur S.A.R. Prinz Joachim Murat 2006 bei seinem Empfang im Rathaus von Düsseldorf und im Schloss Benrath begleitet hatte.
Weitere Programmpunkte an diesem Tag waren das Hôtel des Invalides und das Musée du Louvre. Ersteres vereint den Invalidendom, Napoleons Grabstätte, sowie das Armeemuseum. In ihrer ausufernden Pracht stellt die Grabstätte ein beredtes Beispiel für die politische Dimension von Architektur und Kunst dar und den Gipfel des posthumen Napoleonkultes. Eine große Abteilung des Armeemuseums bietet mit einer Fülle von Bildern, Geräten, Kostümen und Waffen eine Annäherung an das die napoleonische Zeit dominierende Thema, den Krieg. Im Louvre konzentrierte sich die Exkursion auf die Malerei und Skulptur in der Ära Napoleons. Die Inanspruchnahme der Kunst und die Reflexion der Zeitgeschichte in der Kunst werden an Spitzen-werken wie Jacques-Louis Davids monumentalem Gemälde der Krönung Napoleons deutlich.
Zum Abschluss der Exkursion wurde am dritten Tag die Kathedrale Notre-Dame, der Ort, an dem Napoleon mit seiner Krönung den Gipfel seiner Macht erklomm, besichtigt. Hier krönte er auch seine Frau Joséphine. Anschließend ging es zum Schloss Malmaison, zeitweiliger Wohnsitz Napoleons und seiner Frau Joséphine, einem Höhepunkt des „napoleonischen“ Stils, dem Empire. Hier ist die Verflechtung Napoleons mit den europäischen Königshäusern genealogisch dargestellt.
Die Exkursion klang am Arc de Triomphe aus, wo auf dem Innenbogen Schriftzüge der Städte verewigt sind, wo Napoleon Verordnungen erlassen hat. Im nördlichen Bogen findet sich der Schriftzug „Düsseldorf“. Von hier aus hatte man bei klarem Wetter einen wunderbaren Blick über die Achse zum Louvre und auf der anderen Seite zur Grande Arche in der Defense.
Weitere Informationen zum Stadtmuseum hier: http://www.duesseldorf.de/stadtmuseum